Argumente zur Bogenjagd

1 Pfeil und Bogen als Jagdwaffe

1.1 Der Jagdbogen

Zur Vermeidung eines eklatanten, aber leider sehr verbreiteten Missverständnisses: Es muss darauf hingewiesen werden, dass nicht der Bogen die Jagdwaffe an sich ist, sondern einzig und allein der Jagdpfeil mit der rasiermesserscharfen Jagdspitze. Ein normaler, für den sportlichen Einsatz üblicher Scheibenpfeil ist für die Jagd absolut ungeeignet.Im Unterschied zum normalen Bogensport sollte es analog zur Büchsenjagd gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte bezüglich des Zuggewichtes des Jagdbogens und der Beschaffenheit der Jagdspitzen geben. Wie in allen Ländern , in denen die Bogenjagd die Anerkennung genießt, die sie auch verdient, steht die Verwendung des Jagdpfeils allein den berechtigten Bogenjägern zu, die ihre Kompetenz in einer entsprechenden Sachkunde- und Schießprüfung unter Beweis gestellt haben (und selbstverständlich Inhaber eines gültigen Jagdscheins ihres jeweiligen Heimatlandes sind).

1.2 Der Jagdpfeil

1.2.1 Effizienz

Der Jagdpfeil tötet bei Kammerschüssen innerhalb von Sekunden durch Unterbindung der Sauerstoffzufuhr wegen des starken Blutverlustes und/oder durch das Versagen des respiratorischen Systems (Blutdruckabfall -> Ohnmacht -> Exitus). Bei Schüssen in die Wirbelsäule/Gehirn wird das Wild augenblicklich getötet oder gelähmt. Damit unterscheidet sich der Jagdpfeil in seiner finalen Wirkung absolut unwesentlich von der Wirkung eines Jagdprojektils. Die Funktionsweise ist jedoch eine völlig andere. Das -Gewehrgeschoss erreicht diese Wirkung durch eine mit sehr hoher Energie auftreffende und sich zerlegende und splitternde Kugel, wohingegen der Jagdpfeil im Vergleich zur Kugel mit sehr wenig Energie einen bis zu 4 cm breiten Wundkanal mittels der rasiermesserscharfen Schneiden der Jagdspitze erzeugt. Es gibt im übrigen kein jagdbares Wild auf der Erde, das in den letzten Jahrzehnten nicht erfolgreich, sowie waid- und tierschutzgerecht mit Pfeil und Bogen zur Strecke gebracht wurde. Die Auftreffenergie eines durchschnittlich 40 Gramm schweren Jagdpfeiles ist absolut ausreichend und führt in Regel zu einem glatten Durchschuss (auch bei sehr starkem afrikanischem Wild). Dadurch sind am Anschuß gute Schußzeichen vorhanden. Dies erleichtert eine Nachsuche auch ohne Hund, vor allem weil die rasiermesserscharfen Schneiden eindeutige Schweißfährten erzeugen. Sehr häufig fällt jedoch das Wild auf Sicht, da der Pfeilschuss einen relativ geringen Fluchtreflex auslöst.

Exkurs

Es gibt genügend geneigte Interessenten aus Jägerkreisen, die der Bogenjagd rein gefühlsmäßig positiv gegenüberstehen. Jedoch betrachten viele die Wirksamkeit von Pfeil und Bogen äußerst skeptisch. Die meisten haben sich als Kinder mit einem selbstgeschnitzten Flitzebogen als große Bärenjäger gefühlt, denken jedoch als Erwachsene bei der Jagd nur noch an sowas wie V0,
E 100 und irgendwie 3000 Joule. Was soll im Vergleich dazu ein Bogen bewirken?

Die Antwort

Der Bogen ist ein sehr vielseitiges Gerät. Er dient Kindern als -nicht ungefährliches- Spielgerät und verhilft so manchem Erwachsenen zu olympischem Gold. Doch ernsthaft: mit dem Vorläufer des Bogens, der Speerschleuder, und dem Bogen selbst wurde in der Geschichte der Menschheit ein Vielfaches an Wild erlegt als mit modernen Feuerwaffen. Dass Pfeil und Bogen im Laufe der Historie außerdem ein sehr effizientes Mittel der Kriegsführung waren, ist sehr betrüblich, aber hier nicht Gegenstand der Betrachtung.

Zur Verdeutlichung der Wirkung eines Jagdpfeils noch ein Gedankenexperiment. Man stelle sich folgende Situation vor: Ein normaler unsportlicher Mensch (egal, ob Mann oder Frau) hat ein langes, aber rasiermesserscharf geschliffenes Metzgermesser in der Hand und genau vor ihm steht ein starker Hirsch. Seine Aufgabe besteht darin, das Messer voll durch die Kammer des Wildes zu treiben. Schafft er das? Antwort: ohne weiteres, mit etwas Schwung auch dann, wenn er voll auf eine Rippe trifft. Jetzt der Vergleich zur Gewehrkugel: man nehme für die gleiche Aufgabe einen Eisenstab im üblichen Kaliber mit einer abgerundeten Spitze. Ein wohl sehr unfairer Vergleich. Hierbei wird auch dem Laien deutlich, dass ein glatter Schnitt durch organisches Gewebe nur einen Bruchteil der Energie erfordert als ein Zerreißen desselben mittels „stumpfer“ Spitze.

1.2.2 Das Lieblingsthema vieler (Bogen-) Jagdkritiker: die Tierquälerei

Aus dem bisher dargelegten ist ersichtlich, dass der Jagdpfeil trotz der schnell tötenden Wirkung im Vergleich zur Büchsenkugel sehr wenig Nervenzellen zerstört. Unterstellt man, dass Wild Schmerzen im menschlichen Sinne verspürt, dann korreliert, medizinisch gesehen, die Schmerzintensität linear mit der Anzahl der zerstörten Nervenzellen. Da die Kugel, statistisch betrachtet, in der Mehrzahl der Fälle nicht augenblicklich tötet, kann in diesem Zusammenhang nicht von einer Überlegenheit der Kugel gesprochen werden. Der etwas längere Zeitraum bis zum Exitus bei einer Pfeilwunde wird durch die viel höhere Gewebezerstörung bei Kugelschüssen mehr als aufgewogen.

Bei schlechten Schüssen ist die Chance der Ausheilung einer Wunde ohne Entzündungen und Wundfieber für das Wild viel höher als bei vergleichbaren Kugelschüssen (z.B. sauberes Ausbluten; es werden weniger Verschmutzungen in die Wunde eingebracht).

1.2.3. Ein weiteres Lieblingsthema: die Wilderei

Hier soll nicht der Wilderei das Wort geredet werden, auch nicht aus falsch verstandener Romantik. In den Satzungen unserer Bogenjagdverbände ist der erfüllte Tatbestand der Wilderei ein sofortiger Ausschlussgrund. Jedoch muss man zugestehen, dass die meisten Wilderer über einen sehr hohen Sachverstand verfügen. Deswegen sind sie ja auch so erfolgreich. Genau deswegen ist aber auch der Jagdbogen für die Wilderei uninteressant. Studiert man nämlich die mageren ”Erfolgsquoten” der durchschnittlichen Bogenjäger so wird man klar erkennen, daß der Bogen aufgrund seiner Limitationen und dem Bedarf  langwieriger Übungszeit als Wildererwaffe vollkommen ungeeignet ist. Selbst in den USA, wo die Bogenjagd und die Wilderei sehr verbreitet sind, ist dies kein Argument gegen die Bogenjagd. Jeder Gewehrjäger könnte mit der Behauptung, ”der Schuss habe einem Fuchs gegolten”, weit mehr Wild wildern als er mit dem Bogen (auch bei großer Fertigkeit) jemals schaffen könnte. Außerdem können sich heutzutage kriminelle Subjekte sehr leicht technische Vorrichtungen (Schalldämpfer, künstliche Lichtquellen, etc.) beschaffen, die die Wilderei stark vereinfachen. Warum ein Wilddieb unter solchen Bedingungen zum Bogen greifen sollte (mit entsprechend geringen Erfolgsaussichten und größeren Risiken) ist nicht nachvollziehbar.

Doch außer Wilderern gibt es leider auch „Bogenschützen“, die ein Tiere nur als bewegliche Scheibe betrachten. Die verwundeten Tiere, über die von Zeit zu Zeit in der Presse berichtet wird, mit im Tier steckenden Pfeilen,  sind in der Regel mit Scheibenpfeilen beschossen worden. Kein Bogenjäger -ob Wilderer oder nicht – würde jemals solche Pfeile für den Schuss auf Wild verwenden, weil damit ein Jagderfolg schlechterdings unmöglich ist. Eine ähnliche Situation würde sich bei der Verwendung von Vollmantel-Scheibenprojektilen bei der Büchsenjagd ergeben. Deshalb sollte man solche illegalen und verantwortungslosen  Aktivitäten nicht auf eine Stufe mit einer verantwortlichen  Bogenjagd stellen.

1.2.4 Verwundungsraten

Zu diesem Thema gibt es sowohl für die Büchsenjagd insbesondere aber die Jagd mit der Flinte als auch die Bogenjagd wenig wissenschaftliches Material. Studien über die Bogenjagd aus den USA insbesondere aber auch eine Studie aus Dänemark belegen aber, dass mit ausgebildeten und geprüften Bogenjägern die Verwundungsraten eher nicht über jenen der Gewehrjäger liegen. Bei Riegel-, Drück- und Treibjagden (sowohl mit Flinte als auch Büchse) liegen die Verwundungsraten sicherlich über denen der Bogenjäger.

1.3 Die Armbrust

Der Europäische Bogenjagdverband EBF distanziert sich im Zusammenhang mit der Bogenjagd von der Armbrust als Jagdwaffe, da diese durch die leichte Erlern- und Beherrschbarkeit eher den Feuerwaffen zuzuordnen ist. Die Armbrust könnte auch nicht in die gleiche Prüfungsordnung wie die Jagd mit Pfeil und Bogen einbezogen werden.

Traditionelle Argumentationspunkte

2.1 Die Bogenjagd ist eine Bereicherung der Jagd

Die Bogenjagd kann nur als traditionelle Bereicherung der herkömmlichen Büchsen-/Flintenjagd gesehen werden, ergänzt diese aber in manchen Situationen auch sinnvoll (siehe Punkt 4: Sicherheit). Auch bei der Falknerei wird niemand ernsthaft behaupten, dass sie zur Erfüllung der Abschusspläne notwendig ist. Dennoch genießt sie als traditionelle Jagdart zurecht eine hohe Wertschätzung und gehört deswegen auch zum Weltkulturerbe.

Die Wiedereinführung der Bogenjagd ließe sich sehr mannigfaltig begründen. Schätzen kann man sie eigentlich nur, wenn man sich intensiv mit ihr und vor allem ihren Voraussetzungen befasst. Das hat nicht unbedingt etwas mit “Indianerromantik” zu tun, sondern eher mit dem persönlichen Ehrgeiz des Jägers und seinem Jagdverständnis.

Exkurs

An dieser Stelle einige Informationen und Bemerkungen für Interessenten, die noch keine Gelegenheit hatten, sich mit heutzutage verwendeten Jagdbögen vertraut zu machen. Nach wie vor wird noch gern tradtionell geschossen, d.h. mit einem Lang- oder einem Recurvebogen. Traditionell schießen heißt im wesentlichen instinktiv schießen ohne Visier, wie die Menschheit es halt schon seit ca. 15 000 Jahren betreibt. Es gibt aber auch seit geraumer Zeit sogenannte Compoundbögen, die nach dem Flaschenzugprinzip funktionieren und traditionelle Bögen in der Wurfleistung um einiges übertreffen. Sie werden meistens auch mit Visier geschossen. Die jagdliche Entfernung für traditionelle Bögen liegt üblicherweise bei ca. 20 Metern. Mit einem Compoundbogen kann ein geübter Schütze mit Verwendung eines Visiers auch bis auf weitere Entfernung noch einen guten Schuss abgeben. Letztlich hängt die Schussdistanz von den individuellen Fähigkeiten und der Verantwortung des Jägers ab.

Für den Bogenjäger folgt jedenfalls daraus, dass er auf jeden Fall die Fluchtdistanz des Wildes unterschreiten muss. In dieser unmittelbaren Nähe führt auch der allerkleinste Fehler zur sofortigen Flucht des Wildes und garantiert den jagdlichen Misserfolg.

Gerade diese hier gegebene absolute Chancengleichheit zwischen Jäger und Wild hat bei amerikanischen Tierschützern und selbst militanten Jagdgegnern zu einer Akzeptanz und Wertschätzung der Bogenjagd geführt.

2.2 Die Geschichte unserer Jagdkultur

Wenn man den Blick über Deutschland bzw. Mitteleuropa hinausrichtet, kann man auch ohne Hintergrundwissen den aktuellen Praktiken der Jagdausübung entnehmen, dass folgende Jagdarten in der Historie elementar waren und es berechtigterweise auch heute noch sind:
Die Fallenjagd, die Bogenjagd, die Beizjagd und die Jagd mit Feuerwaffen.

Durch die Wiedereinführung des Bogens als Jagdwaffe würden die geschichtlichen Wurzeln der Jagd in Mitteleuropa angemessen repräsentiert und dokumentiert. Die Geschichte der Jagd hat auch bei uns nicht erst mit der Erfindung des Schießpulvers begonnen, was nicht nur dem Sensationsfund aus dem Ötztal zu entnehmen ist. Sich diesen Wurzeln zu verschließen, würde bedeuten, einen Teil unserer jagdgeschichtlichen Entwicklung zu verleugnen. Auch unser Schutzpatron Hubertus und die Jagdgöttin Diana sind nicht mit modernen Feuerwaffen abgebildet, sondern….

2.3 Trophäenjagd

Der von Jagdgegnern immer mehr vorgebrachte Vorwurf der “Trophäenjagd (im negativen Sinne)” kann zusätzlich entkräftet werden, wenn auch Jagdarten gefördert werden, die sowohl von der jagdgeschichtlichen Betrachtung als auch von den Nichtjägern eher mit der Funktion der Nahrungsbeschaffung in Zusammenhang gebracht werden als die moderne Büchsenjagd.

Auch die profane Erlegung eines Herbstkitzes ist für den Bogenjäger ein besonderes Erlebnis und bedarf großer Fertigkeiten. In diesem Sinne fördert die Bogenjagd auch eine wohl angebrachte Bescheidenheit und Ehrfurcht vor jedem Stück Wild, dem wir nachstellen.

2.4 Ansprechen neuer Zielgruppen

Mit der Bogenjagd kann die Jägerschaft auch neue soziale Zielgruppen ansprechen, die ansonsten der Jagd eher kritisch und mit Vorurteilen behaftet gegenüberstehen. Außerdem könnte man mit der Diskussion über die Bogenjagd beweisen, dass die Jägerschaft neuen Ideen aufgeschlossen gegenübersteht und nicht in erstarrten Strukturen einbetoniert ist. Die gesellschaftliche Akzeptanz der Jagd ist in den letzten Jahren eher gefallen. Die Bogenjagd findet durch ihre Weidgerechtigkeit im Sinne von “Fairness” in letzter Zeit sehr viel Zustimmung und Toleranz. Ihre Wiedereinführung könnte nicht nur völlig neue Interessenten, vor allem aus dem urbanen Bereich, ansprechen, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Diskussionen über die Jagd und ihre generelle Akzeptanz ausüben.

3. Naturnahe Bejagungsform

3.1 Waidgerechtigkeit

Die Jagd mit Pfeil und Bogen ist waidgerecht, weil sie das Wild in die Lage versetzt, die eigenen überragenden Sinne zu nutzen, um dem Jäger zu entkommen. Bei der modernen Büchsenjagd mit den teils bereits extremen Reichweiten kann in vielen Bereichen das Wild dem Jäger nur durch eine komplette Nachtaktivität “ausweichen”.

Über die Waidgerechtigkeit ist viel geschrieben worden und es wird auch korrekterweise weiter über sie geschrieben und diskutiert werden. Wir begnügen uns an dieser Stelle mit einem Zitat einer allgemein anerkannten Autorität auf dem Gebiet des Jagdrechtes:

“Danach erfordert die Beachtung der anerkannten Grundsätze deutscher Waidgerechtigkeit bei der Jagdausübung … nur eine bestimmte Handlungsweise des Jägers zum Tier. Dazu gehört vor allem das waidmännische Gebot, dem Wild im Rahmen des Zwecks und des Ziels der Jagd ein Maximum an Chancen zu lassen”. (aus: Paul Leonhardt, Jagdrechtskommentar, 11.0)

Wir haben als Bogenjäger diesem Kommentar nichts hinzuzufügen.

3.2  Altersklassenaufbau der Strecke

Durch die geringere Reichweite des Jagdbogens kommt in erster Linie sehr junges oder altes, geschwächtes und dementsprechend unvorsichtigeres Wild zur Strecke. Dadurch spiegelt der Bogenjäger die natürliche Sterblichkeit in naturbelassenen, von Menschen nicht beeinflussten Gebieten sehr gut wieder.

4. Jagdmöglichkeiten in kritischen Bereichen

4.1 Sicherheit / Lärmbelästigung

Durch die geringere Reichweite des Bogens ist die Gefahr durch das Fehlen eines geeigneten “Kugelfanges” sehr gering oder gar nicht gegeben. Eine Belästigung durch den Büchsenknall ist ausgeschlossen, was in Siedlungsnähe manchmal ein Vorteil sein kann. Besonders Reiter sind nicht sehr angetan, wenn in ihrer unmittelbaren Nähe ein Schuss fällt. Das gleiche gilt natürlich auch für Spaziergänger, Pilzesammler und andere Freizeitaktivisten.

4.2 Urbane Bereiche

In einigen Bundesstaaten der USA wird in letzter Zeit in urbanen Bereichen wie z.B. Randsiedlungsgebiete, Parks, Friedhöfe etc. aus Sicherheitsgründen nur noch der Bogen als Jagdwaffe zugelassen. Einem Fernsehbericht zufolge fand auch in Deutschland in jüngerer Vergangenheit die wohl erste offizielle Bogenjagd der Neuzeit statt. In der Nähe von Karlsruhe vermehrten sich versehentlich freigelassene Ochsenfrösche derartig, dass sie zu einer ernsthaften Bedrohung für Kleintiere und Fische wurden. Auf Basis einer Sondergenehmigung und unter behördlicher Aufsicht kooperierten Naturschützer und Angler mit eigens engagierten Bogenschützen, um die “Ochsenfroschplage” in den Griff zu bekommen, da andere Jagdmethoden aus Sicherheitsgründen nicht infrage kamen..

Es muss nicht immer die Feuerwaffe mit Schalldämpfer sein, um z.B. eine unerwünschte Aufmerksamkeit bei der Bekämpfung von Schädlingen zu vermeiden. Hinsichtlich der Sicherheit überbietet der Bogen jedenfalls jede Feuerwaffe.

5.  Bogenjagd in Deutschland

In den meisten Ländern der Erde ist die Bogenjagd üblich und deswegen auch gesetzlich geregelt. In Europa wird in folgenden Ländern neben der “normalen” Jagd auch die Bogenjagd ausgeübt: Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Ungarn. In Schweden, Belgien, Slowakei, Kroatien und Serbien laufen zurzeit staatlich beauftragte Untersuchung und es ist auch hier mit der Wiedereinführung der Bogenjagd zu rechnen.

Was spricht also gegen die Wiedereinführung der Bogenjagd in Deutschland? Im Prinzip nichts. Das Beispiel mit den Ochsenfröschen zeigt, dass sich die Bogenjagd bei uns bereits als sinnvoll erwiesen hat, wenn auch nur auf Basis einer Sondergenehmigung. Nach dem deutschen Jagdrecht ist eigentlich nur die Jagd auf Schalenwild mit Pfeil und Bogen verboten (Bundesjagdgesetz § 19, Abs.1). Die Bogenjagd verstößt weder gegen das Tierschutzgesetz noch gegen die deutsche Waidgerechtigkeit. Im Gegenteil. Der Grundsatz der Waidgerechtigkeit, „ dem Wild eine Change lassen“,  erfüllt keine andere Jagdmethode gleich gut oder besser als die Bogenjagd.

Die organisierten deutschen Bogenjäger sehen eigentlich nur einen Grund, warum bei uns der Bogenjagjagd stiefmütterlich behandelt wird: mangelndes Wissen der Jägerschaft und der Bevölkerung über die Funktion und Wirkungsweise von Pfeil und Bogen im jagdlichen Einsatz und die daraus oft resultierenden Vorurteile.

Wir sind gern bereit, dieses Wissen zu vermitteln.

Naturnahe Jagd

Naturnah, Naturverbunden

Die Jagd mit Pfeil und Bogen erfordert vom Bogenjäger eine besondere Naturverbundenheit. Er ist auf sehr gute Kenntnisse im Zusammenspiel von Vegetation, Wild und dem gesamten Ökosystem angewiesen. Die verwendete Munition (Jagdpfeile) wird in der Regel wieder eingesammelt und belastet daher weder Gewässer noch die Fluren.

Jagd- und Freizeitdruck – Wildbeunruhigung

Da die Bogenjagd fast nur als Einzeljagd ausgeübt wird und nur dann zum Erfolg führt, wenn der Bogenjäger im Einklang mit der Natur steht, wird der Bogenjäger versuchen Störungen der Flora und Fauna zu vermeiden. Eine Beunruhigung des Wildes ist ausgeschlossen. Das Wild kann seine ursprüglichen Verhaltensweisen wieder annehmen. (tagaktiv, usw.) Dazu ist es jedoch erforderlich, dass die gesamte Gesellschaft ihr Verhalten gegenüber der Natur und Umwelt verändert. Die berechtigten Aktivitäten aller Naturnutzer, sind einer der Gründe für das veränderte Verhalten unseres Wildes. Leider haben durch die immer mehr vorranschreitende Urbanisierung unserer Gesellschaft immer weniger Menschen einen normalen Bezug zu natürlichen Abläufen und Zusammenhängen in Wald und Flur. Sie können die Folgen ihres Handelns nicht mehr erkennen. Die Störungen des Wildes, unter anderem durch Freizeitaktivitäten usw., führen z.B. zur Veränderung ihres Äsungsverhaltens, Nachtaktivität, Verbiss von Jungbäumen, Scheue vor Mensch und anderen Tieren usw.. Durch die Naturnahe Jagdmethode tragen wir zur Normalisierung des Verhaltens unseres Wildes bei.

______MEMBERSHIP_____

Wichtiger Hinweis für DBJV Mitglieder
____EVENTKALENDER_____

  • Keine anstehenden Termine

AEC v1.0.4

___Bogenjägerausbildung___
  • 6. Mai 2017Bogenjagdausbildung
  • 7. Mai 2017Bogenjagdausbildung
AEC v1.0.4
_______DBJV News_______